Konstanzer Alternativpresse aus den 80ern und 90ern

Seit Anfang der 80er Jahre bis Mitte der 90er gab es in Konstanz alternative Zeitschriften. Dabei existierten parallel zwei Stränge: Das "Nebelhorn" sowie sein Nachfolger "Neues Nebelhorn", das die Breite des links-alternativ-grün-kulturschaffenden Milieu bediente. Und die "Zeitung revolutionärer Sozialisten" sowie die "Kommunalen Berichte", die als Initiative des BWK spezifisch linke Themen adressierte.

Autor*innen schrieben für jeweils beide Publikationen und nach dem Ende des Neuen Nebelhorns entstand ein letzter kurzlebiger Versuch mit der "AZW". Anschließende Projekte waren entweder explizit parteipolitisch wie das "Seeblättle" oder orientierten sich auf ein jugendliches Klientel wie "Tacheles".

Nach eine Phase ohne entsprechendes Medium zeigte dann der Erfolg von "Seemoz", dass sich Produktions- wie Nutzungsverhältnisse gewandelt hatten: Periodische Druckerzeugnisse fänden wohl weder ein Publikum noch wären sie angefangen vom Schreiben über Satz und Finanzierung bis zum Vertrieb realisierbar.

Die Zeitschriften wurden (bisher lückenhaft) nun digitalisiert. Außerdem wurden ihre Inhalte erschlossen und sollen über eine Suchmaschine recherchierbar gemacht werden. Die Digitalisierung und Erschließung soll Schritt für Schritt korrigiert, vertieft und um weitere Zeitschriften ergänzt werden.

Das Vorhaben greift damit einen Ansatz auf, der mit "linksrhein.de" Anfang des Jahrhunderts schon einmal begonnen wurde. Die Absicht ist, wichtige Aspekte auch anhand der aktuellen Onlinemedien bis in die Gegenwart zu verfolgen. Die Hoffnung ist, dass sich daraus auch ein Arbeitsinstrument für die tägliche politische Arbeit ergibt.

Nicht zuletzt erinnern die digital wieder aufgelegten Publikationen auch an die Genoss:innen, die diese verfasst und herausgegeben haben. Manche von ihnen sind verstorben, wir vermissen sie.