Heft 2 vom 14.10.1989 scan 2026-04-12

Gemeinderat für Radfahrer-Rheinbrücke



Bei nur drei Gegenstimmen beschloß der Konstanzer Gemeinderat am 28. September den Bau einer dritten Rheinbrücke in Auftrag zu geben - ein Beschluß, der wohl auch wegen der bevorstehenden Kommunalwahlen so eindeutig ausfiel. Wer die alte Rheinbrücke mit dem Fahrrad überquert, setzt sich erhöhter Unfallgefahr aus; die monatelange Sperrung des Fußgängerüberwegs wegen Bauarbeiten hat die Situation noch verschärft. Eine Brücke ist also durchaus sinnvoll. Stadt und Gemeinderatsmehrheit wollen die Brücke jedoch durch weitere Sonderabgaben der Bevölkerung finanzieren lassen. Die r.6 Mio. DM, die aus der Stadtkasse fließen sollen (die restlichen 6,5 Mio. zahlt das Land), will sie aus der Konzessionsabgabe der Stadtwerke bestreiten. Diese Abgabe, die die Verwaltung den Werken abverlangt, um den städtischen Haushalt aufzubessern, wirkt preistreibend bei den Tarifen für Bus, Energie und Wasser. Wenn jetzt zusätzlich Mittel aus der Konzessionsabgabe für die Brückenfinanzierung fließen sollen, heißt das: Weitere Gebührenerhöhungen der Stadtwerke sind zu befürchten. - (jüg)