Heft 3 vom 04.11.1989 scan 2026-04-12

Was hat Nicaragua mit uns zu tun

Der Nicaragua-Verein Konstanz stellt sich vor


Intro fehlt --- Das Werkstatt Projekt In Zusammenarbeit mit nicaraguanischen Institutionen begannen seit Fe­ bruar 1985 bundesdeutsche Internationalisten mit dem Aufbau einer Aus- bildungs- und Reparaturwerkstatt für die Region Nueva Guinea, die inzwi­schen nach Fertigstellung der techni­schen Einrichtungen ihren Betrieb aufgenommen hat und Uber einen werkstatteigenen LKW, gespendet von der Solidaritätsbewegung, ver­fügt. Die Werkstatt arbeitet als Kooperative und ist in den regionalen Bedarfsplan integriert. Ziel ist, daß nach vier Jahren Aufbauphase die Werkstattab 1990 von den ausgelernlen Mechanikerinnen als Kollektivbe- trieb eigenständig weitergeführt wird.

Die Ausbildung wurde im Februar 1986 aufgenommen. ausgebildet wer­den Jugendliche aus Kooperativen oder umliegenden Ansiedlungen, die nach der Ausbildung wieder dorthin zurückkehren werden. Die momentan vier Ausbilderinnen in dem Projekt werden von der Solidaritätsbewegung gestellt, bis die Auszubildenden diese Aufgabe selbst Übernehmen werden. Die Finanzierung der Ausbilderinnen obliegt laut Kooperativvertrag dem Hamburger Unterstützerverein, die Konstanzer Nicaragua-Initiative be­teiligt sich an der Unterstützung dieses Projektes. Zwei Anträge zur Fi­nanzierung der Kosten fllr die Ausbil­derinnen hat die Stadt Konstanz bis­ lang abgelehnt, gleichwohl gaben Stadt und Südkurier Spenden für das Projekt.

##Das Bananen-Projekt

Seit dem Handelsembargo der USA von 1985 ist Nicaragua gezwungen, seine Bananen auf dem überfüllten europäischen Markt zu verkaufen. Sie werden auf dem üblichen Handelsweg mit vielen Zwischenhändlern als Bil­ligbananen vertrieben. Die Solidari­tätsgruppen haben sich deshalb zum Ziel gesetzt, einen, wennn auch nur geringen Teil der Bananen selbst zu vermarkten, um Nicaragua zu unter­ stützen. Hierbei werden an Nicaragua pro Kiste 15 DM bezahlt, dazu kommt ein Spendenaufschlag von 1.89 pro Kiste für den Aufbau von Infrastruk­turen in den Plantagen (z.B. Gesund­heitszentren, Kindergärten usw.). Durch diesen Direktimport ab An­kunftshafen wollen wir einem ge­rechtfertigten Preis für die Bananen näherkommen. Auch wir arbeiten am Bananenprojekt mit, indem wir über die Nica-Banane informieren und uns am Vertrieb beteiligen. Im „Grün­kern", „Scheffelhäusle", „Wegwarte", „Ükost" sowie „Sandomo", Dritte-Welt-Laden und donnerstags an der Uni (Eingangsbereich) kann man/frau Nica-Bananen kaufen.

##Öffentlichkeitsarbeit

In verschiedenen Veranstaltungen in­formieren wir Uber die Wirklichkeit in Nicaragua, so z.B. über das Gesund­heitswesen..., über das Erziehungs­ wesen...; im kulturellen Bereich spielte z.B. in diesem Jahr das nicara­guanische Theater „Justo Rufino Garay" in Konstanz, den 10. Jahrestag der Revolution feierten wir im Kul- turladen mit der „Grupo Sal", die politische Inhalte mit lateiiiamerikanischer Musik verbindet.­