CTM-Grundstück: Staadt verzichtet auf Vorkaufsrecht
Wer glaubt, in Sachen Wirtschaftsförderungsskandale gebe es für die Stadt Konstanz noch so etwas wie eine Schamgrenze sieht sich wieder einmal getäuscht: 1984 hatte sie dem Computerhersteller CTM ein 40000 Quadratmeter großes städtisches Grundstück mit einem Preisnachlaß von 50% angedient. Inzwischen hat die Firma den Besitzer gewechselt, das neue Management rationalisiert nicht nur, es verzichtet auch auf Grundstück samt inzwischen darauf errichtetem Gebäude. Die AEG - sie expandiert, die Kassen sind voll - zeigt Interesse an dem Areal. Eine gute Gelegenheit für die Stadt, die sich vor fünf Jahren für einen solchen Fall immerhin das Vorkaufsrecht gesichtert hatte, um über die inzwischen drastisch gestiegenen Baupreise Geld in den chronisch unterdeckten Haushalt zu bekommen. Stadt und Finanzausschuß denken jedoch nicht daran: Sie votieren dafür, auf das Vorkaufsrecht zu verzichten und das Grundstück der AEG zum gleichen Preis wie 1984 zu überlassen. Wo kämen wir denn hin, wenn in dieser Stadt die Kapitalisten zur Kasse gebeten würden, solange die werktätige Bevölkerung ausgeplündert werden kann. - (jüg)