"Verträglichkeitsgutachten" soll Bebauung auf dem Areal cherisy-Kaserne klären
Die CDU-Fraktion hat nun auch im Gemeinderat durchgesetzt, daß der soziale Wohnungsbau auf dem Gelände der cherisy nur unter Vorbehalt fest geschrieben wird. Die Stadtverwaltung wurde beauftragt, die „Verträglichkeit" verschiedener Menschen, die einen Anspruch auf Sozialwohnungen haben, vom Sozialamt prüfen zu lassen. Die Fragestellung kann nur heißen: „Vertragen" sich Studentinnen mit alten Menschen und Deutsche mit Ausländerinnen? Die CDU, das wurde im Gemeinderat deutlich, will verhindern. daß sich auf dem Gelände der cherisy Widerstand sammelt und entwickelt. Sie will allerdings auch über diesen Umweg doch noch Private auf diesem Areal bauen lassen. Von Seiten der FGL und der SPD wurde darauf gedrängt, einen Bebauungsplan für das Gelände zu erstellen. Sie kamen damit durch. Das ist wichtig, denn nur so haben die Bewohnerinnen nun Einblick in und Einfluß auf die genauen Planungen.
Daß es auf sämtlichen anderen Bebauungsgebieten nun definitiv keine einzige weitere Sozialwohnung geben wird, überrascht selbst kritische Menschen. „Geht nicht, zu teuer", erklärte auf Anfrage Berthold Schlegel, Pressesprecher der Stadt, überzeugt. Die btadt hält nirgends 100% der Grundstücke und könnte somit Fördermittel von Bund und Land nicht in vollem Umfang ausschöpfen. Das ist Grund genug für sie, sich in den restlichen Gebieten vom sozialen Wohnungsbau zu verabschieden. Sie setzt auf die Investitionen von Privaten. „Dadurch wird vielleicht auch die eine oder an dere Sozialwohnung frei". Damit liegt die Stadt exakt auf der programmatischen Wellenlänge der faschistischen „Republikaner". Diese gaben die selbe Mär in einer Seefunk-Gesprächsrunde Ende Oktober durch den Äther. Selbstverständlich mit dem Zusatz: „Deutsche bevorzugt". Dies kann allerdings auch - wahrscheinlich nicht so platt — Ergebnis der „sozialen Verträglichkeitsprüfung" des Sozialamtes werden. - (jüw)