Eugenik - gesellschaftsfähig
Am 13.12. fand im Rahmen der Reihe „Gesellschaftsfragen zu Gen- und Reprotechnik" eine Veranstaltung zur „Eugenik" statt. Eingeladen war Franz christoph, Mitbegründerder Krüppelbewegung. „Behinderung ist schlimmer als der Strahlentod", ein Satz der nach Tschernoby öfters fiel, macht die Verachtung der „Normalen" gegenüber Behinderten deutlich. Scharf kritisierte christoph die Gentechnologiekritikerinnen, die im Rahmen der Genforschung von einer „neuen Ethik" sprechen. Die Kontinuität der behindertenfeindlichen Propaganda ist groß: So ist es nach den Euthanasieprogrammen des deutschen Faschismus Moralphilosophen und Genforschern heute wieder möglich, von wertvollem (d.h. leistungsfähigem) und „wertlosem" Leben zu sprechen. Anwesend waren auch die Professoren Knippers und Pohl, die Verantwortlichen für das 18-Millionen Projekt „Bioinformatikzentrum" im Rahmen des Biofachbereiches. Dr. Fritz Pohl ist in Fachkreisen bekannt für seine Mitarbeit an dem Papier „Ad hoc- Kommission zur Genforschung". In dem Papier wird den Politikerinnen empfohlen, die Akzeptanz in der Bevölkerung für Gen-/Reprotechnologien zu erhöhen, der Forschung andererseits die Konzentration auf das Humangen angeraten. - (ans)