Heft 6 vom 18.12.1989 scan 2026-04-12

Antifa Singen gespalten


antifa

Unter dem Vorwand die Adressenver­waltung des Singener Antifakomitees übernehmen zu wollen, hat der DGB die sowieso schon kleine antifaschisti­sche Bewegung gespalten. Einladun­gen, die von der DGB-Ortsvorsitzenden Monika Hübenbecker verfaßt wurden, wurden fortan nur noch an CDU, SPD, FDP und Gewerkschaftsmitglie­der verschickt. Andere Antifaschisten wurden von der Arbeit ausgeschlos­sen. Die erste Handlung unter der Regie des DGB war es, den Namen des Antifaschistischen Arbeitskreises in „Vereinigung zur Verteidigung der Demokratie" zu ändern. Der Kontakt zu Konstanzer Antifaschisten soll, so Hübenbecker, sofort abgebrochen werden, die Singener wollen ihr eige­nes Süppchen kochen. Von Aktionen gegen die Faschisten wollen die Demokratie-Verteidiger abschen. Sie hoffen im anstehenden Kommunal­wahlkampf nur mit bloßem Gerede gegen die Faschisten effektiv angehen zu können. Obwohl in besagter Vereinigung einige Gemeinderäte und Gemeinderatskandidaten vertreten sind, wurde in der Sitzung des Gemeinde­wahlausschusses kein Wort des Ein­spruchs gegen die Kandidatur der DVU und der „Demokratischen Bürger­rechtspartei" erhoben. - (akl)