Heft 6 vom 18.12.1989 scan 2026-04-12

"Rheno Alemanias" Traum von einem Studentenwohnheim



Wenn es wahr ist. plant die Studenten­verbindung „Rheno Alemannia"in Konstanz den Bau eines Studenten­wohnheims, dem die Bedingung zu­grunde liegt, daß dort keine Studen­tinnen und ehemalige Zivildienstlei­stende einziehen. Das Wohnheim soll 16 Plätze umfassen, wobei jeder Platz mit 13000 Mark aus Landesmitteln gefördert wird. Die baden-württem­bergischen Landtagsabgeordneten Professor Ulrich Groll (FDP) und Nor­bert Zeller (SDP), die von den Plänen in einem konstanzer Diskussionsforum hörten, kritisierten die Auflagen der Burschenschaft und erklärten, daß diese mit einer öffentlichen Förde­rung nicht zu vereinbaren seien. Ro­land Frischmuth. Mitglied der Burschenschaft „Rheno Alemannia" wischte die Behauptung, Frauen und Ex-Zivis kämen die neuen Wohnungen nicht zugute mit dem Satz weg, das könne er „nicht bestätigen". Der Leiter des Studentenwerkes Konstanz, Stefan Unger, bestätigte jedoch, daß ihm die Bedingung vorläge den Wohn­raum ausschließlich männlichen Stu­denten zur Verfügung zu stellen, von einer Ausgrenzug von Ex-Zivis wisse er allerdings nichts. Roland Scherer vom Allgemeinen Studentenausschuß äußerte dazu wörtlich:,, Von einer möglichen Diskriminierung kann in diesem Fall keine Rede sein."