Am 19.12.89 demonstrierten rund 250 Menschen gegen den Einzug der REPs in den Konstanzer Gemeinderat. Anlaß war die konstituierende Sitzung
des Gemeinderates an diesem Tag und damit auch die Vereidigung zweier REP-Faschisten als Gemeinderäte.
Die Demo sollte dazu genutzt werden,
möglichst viele Inhalte antifaschistischer Politik zu vermitteln. Dies gelang über verschiedene Kundgebungsreden und mehrere Zwischenkundgebungen. Mit Ausnahme eines Beitrages der ALL waren alle übrigen Reden
vom Antifa-Komitee selbst. In einer
Rede zur Auftakt-Kundgebung heißt
es: „Mit dem Einzug der REPs in den
Gemeinderat wird uns faschistische
Politik tagtäglich begegnen. Sei es, wenn wir hören, wie Obdachlose behandelt werden sollen, oder wenn es
darum geht, daß Wohnraum zuerst nur
an Deutsche vermietet werden soll...
Für uns ist wichtig, mit dieser Demonstration zu zeigen, daß es in Konstanz
Menschen gibt, die sich mit dieser faschistischen Entwicklung nicht abfinden wollen" Die Reaktion der Passantinnen auf die Demo war überwiegend
zustimmend. Um so nötiger hatte es
offensichtlich der „Südkurier" tags
darauf, gegen die Antifaschistinnen
zu hetzen. Die Straße biete keine geeignete Plattform, den Republikanern
zu begegnen, kommentiert Schwarzwälder. Und weiter:.... es war klug
von SPD und DGB, nicht mit ihnen die
Reihen zu schließen". Gemeint ist das
Antifa-Komitee, „eine radikale Minderheit Linksaußen". Die SPD hätte zu
erkennen gegeben, „daß sie sich von
dieser Demonstration distanzieren",
so der SK-Bericht. Tatsächlich verhält es sich so, daß Jusos und SPD sich
gemäß Absprache mit dem Komitee
an der Demo mit einem eigenen
Flugblatt beteiligten und den Aufruf
des Antifa-Komitees nicht unterstützten. Von Distanzierung, wie es
der „Südkurier" gerne hätte, kann keine Rede sein. - (stf)
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