"Grenzenlose Solidarität gegen grenzenloses Kapital"
Die „deutsche Einheit" kommt - zumindest wenn man staatstragenden Politi kern und gleichgeschalteten westlichen Medien glaubt. Von Kohl über Lambs dorff bis zu Brandt, von „Bild" über FAZ bis zum „Spiegel" wird Einigkeit de monstriert: Alles nur noch eine Frage der Zeit. Kein Zweifel: Die bundesdeutschen Konzerne haben großen Appetit auf die DDR, Regierung und Opposition entwickeln fieberhafte Aktivitäten, um ihnen diesen Happen auf dem Tablett zu servieren. Ideologisch verpackt wird die Anschlußpolitik der BRD in großdeutschen Nationalismus, der inzwischen zur Staatsraison erhoben wurde. Die Linke hierzulande reagiert auf diese Entwicklung vielfach mit Ratlosigkeit. Kein Zweifel: die Lage ist schwierig. Uns scheint jedoch, daß angesichts des deutschen Taumels häufig übersehen wird, wie groß das Potential des Widerstands in der DDR ist, und ebenso, daß auch in der BRD Opposition gegen die imperialistischen Anschlußpläne vorhanden ist und mobilisiert werden kann. Um eine Diskussion darüber zu fördern, veröffentlichen wir zwei gewerkschaftliche Dokumente: Einen Aufruf der IG Metall Ost und einen Beschluß der IG Medien München. Beide zeigen, daß es sowohl drüben wie hüben Widerstand gegen die Kapitaloffensive gibt, der doch breiter ist, als innerhalb der Linken vielfach angenommen wird. Unsere Aufgabe ist es, den hüben zu stärken, auch wenn oder gerade weil uns der Wind in dieser Frage ins Gesicht bläst. - (jüg)