Angst vor Gleichstellung
Radolfzell. Die Vorsitzende der „Initiative Frauenbeauftragte Radolfzell“, Lily Müller, lud am 8. März Gemeinderat und Stadtverwaltung ein, um die Frage: Braucht Radolfzell eine Frauenbeauftragte zu erörtern. Einige der Geladenen fühlten sich von dem Thema wohl nicht angesprochen und blieben der Veranstaltung fern. Obgleich die Diskussion auf ein niedriges Niveau zugeschnitten war — welche Frau fragt danach, ob sie mehr Gleichberechtigung wünscht —■ zeigte sich ein guter Teil der Anwesenden überfordert. Die SPD stellte die Frage nach der Effizienz einer Gleichstellungsstelle. Dahinter verbirgt sich vermutlich die Sorge, eine Frauenbeauftragte könne dort zuviel zugunsten der Frauen verändern. Die CDU ließ sich auf das Thema erst gar nicht ein und behauptete stattdessen. daß ein solches Amt nichts bewirken könne. Deshalb schlug sie vor. die Gelder in konkretere Projekte, z.B. in eine Kindertagesstätte zu investieren. Welche Befürchtungen haben Männer, die so argumentieren? Etwa solche, daß Ehefrauen, denen eine öffentliche Fürsprecherin zur Seite steht, irgendwann ihren Schrubber an den Mann abgeben? — (and)