BR-Wahl bei Mercedes-Benz IBM im Arbeiterbereich bei 84%
Stuttgart. Die Betriebsratswahl bei Mercedes-Benz in Untertürkheim brachte folgendes Ergebnis: Arbeiter: IGM 84,2% — CMV 11,7% — Liste .Freiheit' 4,1% Angestellte: IGM 40,9% — UAG78 18,3% — UAG e.V. 14,1% — DAG 13,5% — ALFA 9,5%,CMV 3,9%. Im Arbeiterbereich war das Wahlergebnis besonders spannend, weil die Kollegen der PLAKAT-Gruppe zum erstenmal seit 20 Jahren nicht mit einer eigenen Liste angetreten waren, sondern auf der IGM-Liste kandidiert hatten. IGM und PLAKAT konnten gemeinsam genauso viele Mandate erringen wie 1987 (26 Sitze). Der CMV verlor — trotz veränderter Zusammensetzung der Belegschaft (weniger Ausländer/ mehr Aus- und Übersiedler) — Stimmen, ohne aber Mandate zu verlieren. Ein Rückgang der Wahlbeteiligung von rund 58,9% auf 52% muß allerdings auch als Kritik an der Politik der IGM-BR bzw. insbesondere des Betriebsratsvorsitzenden gedeutet werden. Gerade aus Bereichen, wo extrem viele Überstunden genehmigt worden waren, ist neben Stimmenthaltung auch bewußtes ungültig Stimmen (Listenführer streichen) bekannt geworden. Bei den Angestellten dürfte die IGM mit ihrem Gewinn von zwei zusätzlichen Mandaten stark vom politischen Zerfall der ehemals stärksten Angestelltenfraktion, der UAG, profitiert haben: Diese hatte sich im letzten Jahr in drei konkurrierende Gruppierungen von ganz rechts (ALFA) über ,Mitte-rechts‘ (UAG e.V.) bis sozial-liberal (UAG78) gespalten. — (dal)