SPD lehnte Info-Stand von Antifaschisten am 1. Mai ab
Radolfzell. Der Antifaschistische Arbeitskreis in Radolfzell wollte dieses Jahr mit einem Informationsstand am 1. Mai-Fest teilnehmen, wo im letzten Jahr beispielsweise die SPD, „amnesty international“ und das CDC durch ihre Stände vertreten waren. Weil der Veranstalter dieser 1. MaiFeier auf dem Untertorplatz die SPD ist, wandte sich ein Vertreter der Antifagruppe am Montag der letzten Woche an den SPDOrtsvorsitzenden Roland Meßmer. Dies mußte am Dienstag noch in der örtlichen SPD diskutiert werden. Am Mittwoch erfuhr der Vertreter der Antifagruppe von der Frau des SPD-Ortsvorsitzenden, dem Antifa-Arbeitskreis würde kein Stand zugestanden, „weil wir gesagt haben, wir wollen keine Politik auf dem 1. Mai-Fest haben". Auf den Einwand, der 1. Mai sei doch ein politischer Anlaß, wurde ihm beschieden: „nein, wir wollen ein Volksfest machen, ohne Politik“. Entweder ist es wirklich wahr, daß die SPD am (früheren) Kampftag der Arbeiterklasse ein absolut politikfreies Volksfest zelebrieren will, oder aber das ist nur ein billiger Vorwand, um die Antifagruppe nicht dabei zu haben. In beiden Fällen stinkt die Sache zum Himmel und beweist die SPD wieder einmal, daß in Zeiten der Faschisierung und des Großdoitschlandkurses die Reaktion sich darauf verlassen kann, daß die SPD schön stillhält. Die Antifagruppe plant ein Flugblatt zu dem Vorfall. — (bhs)