Heft 8 vom 03.05.1990 2/8 scan 2026-05-10

Keine Verbesserung für die Tegginger Schule



Radolfzell. Wenn sich die Anwohner der Teggingerstraße über Lärm und Abgasbelästigung der vielbefahrenen Straße beschweren, passiert nichts. Wenn die Kinder der Tegginger Schule jahrein-, jahraus in muffigen Klassenräumen sitzen müssen, weil die Fenster wegen Lärm und Abgasen nicht geöffnet werden können, passiert nichts. Die Stadtverwaltung einigt sich im Streit um den Standort eines Kaufhauses auf einen Kompromiß und plant, das vieldiskutierte Bauwerk hinter die Schule zu setzen — und jetzt passiert endlich was. Die Tegginger Straße soll zwischen Post und dem Papier- und Schreibwarengeschäft Wendelin Schmid zur Fußgängerzone erklärt werden, dadurch wird das Schulgelände zu dieser Seite hin nicht nur eine Erweiterung erfahren, künftig wird auch der Sauerstoffpegel in den Klassenzimmern steigen. Hans-Peter Alois, Leiter der Tegginger-Schule gleichzeitig Gemeinderatsmitglied, favorisiert diesen Kompromiß, auf den sich die Verwaltung geeinigt hat, heftig. Sein Irrglauben, damit die Interessen von Eltern und Lehrern zu vertreten, hat eine Kehrseite. Hinter dem Gebäude wird nämlich der Konsumrausch jene Störfaktoren hervorrufen, die vor dem Schulhaus beseitigt werden sollen. Alois, der seinen Kompromiß gerne gegen 194 von 284 Stimmen durchsetzen möchte, merkt dazu an, daß diese Lösung noch günstig ausfällt, weil auf dem Schießerareal ein anderer Industriebau oder ein größerer Parkplatz statt des Kaufhauses entstehen könne. — (and)

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