Heft 9 vom 16.05.1990 2/9 scan 2026-05-10

Erfolgreiche Protestaktion vor Shell-Tankstelle



Konstanz. „Strategisch gesehen gibt es keine... größere Zielscheibe als SHELL. Je größer die Zielscheibe ist, desto öffentlichkeitswirksamer wird ihre Kampagne sein.“ (J. Wilson, Präsident von Shell/RSA) Rund 20 Menschen protestierten am 28.4. vor der Shell-Tankstelle in Allmannsdorf gegen das Engagement des Öl-Multis in Südafrika. Bei der zweistündigen Aktion ging es um Aufklärung: Über, die Machenschaften von Shell in Südafrika, seine Rolle bei der weltweiten Umweltzerstörung und in der Bio- und Gentechnologie. Aufklärung auch darüber, daß der Boykott von Shell-Tankstellen ein Ausdruck der Solidarität mit dem schwarzen Widerstand in der RSA sein kann. Dazu dienten zwei Transparente und 200 Flugblätter, die unter Tankstellenkundinnen verteilt wurden. Die Resonanz war überwiegend gut; sowohl der Pächter als auch die Polizei hielten sich weitgehend zurück. Shell ist größter Öllieferant Südafrikas; als weltweit größter Kohlehändler organisiert der Konzern den Export südafrikanischer Kohle nach Westeuropa. Wegen dieser offenen Unterstützung des Rassistenregimes ist vor vier Jahren eine internationale Anti-ShellKampagne angelaufen, die nun auch in der BRD aufgegriffen wird. In Konstanz waren es bisher lediglich autonome Gruppen, die in Sachen Shell initiativ geworden sind. Bleibt zu hoffen, daß die Beteiligung beim nächsten Aktionstag am 10.6. größer ist. — (tv)

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