Front National-Führer Le Pen privat am Bodensee unterwegs
Konstanz. Der Vorsitzende der rechtsextremen französischen „Front National" (FN), Jean-Marie Le Pen, hielt sich am 19. Mai in Friedrichshafen auf, von wo aus er mit einem von Landsleuten gecharteten Bundesbahn-Schiff zu einer Fahrt auf dem Bodensee ablegte. Nach Auskunft der FN-Zentrale in Paris soll das Treffen „privaten“ charakter gehabt haben. Informationen, nach denen Le Pen den am Tag darauf in Heilbronn stattfindenden „Republikaner“Parteitag besuchen werde, haben sich nicht bestätigt. Das Antifaschistische Komitee Konstanz und der Antifa Arbeitskreis Radolfzell hatten durch Zufall vom Le Pen-Besuch Wind bekommen. Nach ihren Informationen plante der französische Faschistenführer ursprünglich, das Schiff in Konstanz zu besteigen. Die Antifaschisten hatten daraufhin für den 19. Mai eine Protestkundgebung am Konstanzer Bundesbahnhafen organisiert, an der sich rund 30 Leute beteiligten. In einem Flugblatt („Le Pen ist nicht willkommen in Konstanz“) wiesen sie auf die führende Rolle Le Pens beim Aufbau der „Neuen Rechten“ in Frankreich und die enge Kooperation der bundesdeutschen „Republikaner" mit der FN hin. Vollkommen zu Recht, heißt es in dem Flugblatt weiter, klage die französische Öffentlichkeit Le Pen und die FN an, geistige Urheber der Schändung des jüdischen Friedhofs in Carpentras und ähnlichen Vorfällen zu sein. — (jüg)