Müllgebühren als Gebührensenkung verkauft
Singen. Die Stadt hebt die Müllgebühren um 28,9% an. Künftig zahlen die Singener statt 49,84 DM, womit sie bislang an der unteren Gebührengrenze lagen (Radolfzell: 78,59 DM), 14.39 DM mehr pro Mülltonne. Die Verwaltung behauptet, die Anhebung sei auf einen Rechnungsfehler bei der Planung zurückzuführen. Großzügig kalkulierte sie 16400 Mülltonnen ein, tatsächlich werden in Singen aber nur 8000 Mülltonnen wöchentlich geleert. Aus diesem Grund setzen die Verantwortlichen nun die Tarife hinauf. Gleichzeitig werden Personalstellen abgebaut (die Stadt will künftig nur noch einen Müllader pro Müllauto einsetzen) und eine neue Route festgelegt. Die Planung der neuen Strecke kostet weitere 32000 DM und geht zu Lasten der Bürgerinnen. Das ganze wird von der Stadtverwaltung trotzdem so verkauft, als sei es „eigentlich“ eine Gebührensenkung, da die Singener Mülltonnen-Gebühren immerhin noch um 14,36 DM billiger als die in Radolfzell sind. — (and)