Heft 11 vom 13.06.1990 2/11 scan 2026-05-10

Wie weiter? - Perspektiven des antifaschistischen Widerstands



Konstanz. In unserer letzten Ausgabe haben wir die Mitte des Monats erscheinende Dokumentation zur Kriminalisierung, Spaltung und Isolierung des antifaschistischen Widerstands in Konstanz bereits angekündigt. Wir fassen einen Auszug aus der Broschüre über die Perspektiven de antifaschistischen Kampfes zusammen. In dem fortdauernden Kampf gegen Rassismus, Sexismus und Nationalismus, gegen Ausbeutung, Unterdrückung und Diskriminierung muß nach einem fünfjährigen antifaschistischen Kampf folgend® festgehalten werden: Die Kriminalisierung der Antifaschistinnen hat den Widerstand gespalten. Gewerkschaftliche und grüne Kräfte, die anfänglich der Politik „Keinen Fußbreit den Faschisten" unterstützt hatten, haben sich von den Aktivistinnen distanziert und zurückgezogen. Damit war der Schritt getan, den Widerstand zu isolieren. Es hat sich erwiesen, daß dieselben Kräfte handlungsunfähig sind, solange sie antifaschistische Kritik in ein „linksradikales Getto“ stellen und gleichzeitig dem Prozeß der Faschisierung als bürgerliche Normalität nicht entgegentreten. In breiten öffentlichen Diskussionen, wozu die Dokumentation als Grundlage und erster Einstieg dient, soll die Rolle des Staatsapparates im Faschisierungsprozeß und der Vorgang der Integrierung faschistischer Kräfte in die bürgerliche Gesellschaft untersucht werden. Widerstand muß auf breiter Basis geleistet werden; das bedeutet die Akzeptanz verschiedener Widerstandsformen und eine feste Solidarität unter den Kämpfenden. — (and)

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