Was will die Cherisy-Initiative
Was will die Cherisy-Initiative
Mehr Engagement der Bewohnerinnen ist gefragt
Nach wie vor ist unklar, wie es in der Cherisy nach dem 31. März 1992 weitergehen wird, wenn die jetzigen Mietverträge der „Neuen Arbeit Konstanz GmbH“ mit dem Bundesvermögensamt ausgelaufen sein werden. Der Bund will die Cherisy-Liegenschaften so teuer wie möglich verkaufen. Dazu ist er sogar gesetzlich verpflichtet. Andererseits möchte die Neue Arbeit (Vermieterin der Häuser 1 bis 4) nach 1992 ihr Engagement in der Cherisy fortsetzen, und es geht ihr vor allem darum, den Wohnraum weiterhin billig (Sozialmiete) zu vermieten. Ob und wie die Sozialmieten nach 1992 zu halten sind, ist jedoch weitgehend unklar. Dazu muß die weitere politische Entwicklung (Verhandlungen der Kommune Konstanz und tsr Neuen Arbeit mit dem Bund, inwieeit artikulieren die Bewohnerinnen ihre Interessen, Eingreifen von privaten und institutionellen Investoren) abgewartet werden.
Im Februar haben einige Bewohnerinnen und Handwerkerinnen die Cherisy-Initiative gegründet, „um sich kreativ an der Planung zur Bebauung des Cherisy-Areals zu beteiligen. . . .Wir wollen zum einen durch Öffentlichkeitsarbeit Einfluß auf den Planungsprozeß nehmen und zum anderen in Zusammenarbeit mit Architekten unsere Vorstellungen im städtebaulichen Wettbewerb einbringen. Folgender Minimalkonsens wurde im März erarbeitet: ökologische und sozial verträgliche Bauweise, Erhaltung der Häuser 1 bis 7 sowie der Holzwerkstatt und der ehemaligen Pferdeställe, autofreie Zone, Erhalt der Grünflächen zwischen den Häusern 1 bis 4 sowie aller Bäume. Die neu zu erstellenden Wohngebäude sollen max. vier Stockwerke umfassen, viele WG- und familiengerechte Wohnungen und wenig 1-Zi. Apartements enthalten.
Was plant resp. entfaltet die CherisyInitiative so an Aktivitäten? Sie möchte die Bewohnerinnen und die Öffentlichkeit über den aktuellen politischen Stand betreffs der Cherisy informieren. Desweiteren nahm sie Kontakte zu Architekten auf, um ihre Vorstellungen besser in den städtebaulichen Wettbewerb einbringen zu können. Zudem plant sie Kontakte zu Politikern und zur Presse aufzunehmen. In nächster Zeit soll eine Dokumentation herausgegeben werden, die das Wohnen und Arbeiten sowie die ökologischen Aspekte in der Cherisy thematisiert. Abgerundet wird die Broschüre durch die Aufnahme eines geschichtlichen Abrisses und eine Selbstdarstellung der Initiative. Im Augenblick absorbiert das für den 8./9. September geplante einen Großteil des Engagements der Cherisy-Initiative, denn schon jetzt setzen die ersten Vorbereitungen dafür ein. In der Woche zuvor sollen eventuell politische Veranstaltungen angeboten werden, und in der Stadt soll ein Info-Stand aktuell über die Cherisy informieren. Für das Fest selbst sind ebenfalls politische und kulturelle Angebote vorgesehen. — (anw)