Schülerdemonstration für Erhalt von Gesamtschule
Schülerdemonstration für Erhalt von Gesamtschule
Freiburg. Nach polizeiinternen Schätzungen demonstrierten am 12.6. 1500 Schüler, um damit gegen den seit 11.6. in Kraft getretenen Erlaß des Oberschulamtes zu protestieren, demzufolge an der Staudinger Gesamtschule in den höheren Jahrgangsstufen nur noch Lehrer unterrichten dürfen, die für die jeweilige Schulart ausgebildet sind. „Unmüßig, Du kommst zu späth, wir können schon denken“, „Demokratie Jetzt“, hieß es auf Transparenten. Der von Schülerinteressenvertretung und Bezirksschülerrat organisierten Demonstration ging ein zweistündiger Schulstreik an der Staudinger voraus, an dem sich ca. die Hälfte der Schüler beteiligte. Schulleiter Unmüßig in einem Brief an die Eltern: „die geplante Demonstration (...) während der Unterrichtszeit" sei „nicht statthaft ... Schülerinnen und Schüler, die sich dennoch an der Demonstration beteiligen, müssen mit Konsequenzen rechnen“. Auf einer Lehrerkonferenz beschuldigte Unmüßig die Lehrer, den Streik angezettelt zu haben. Einen Lehrer, der dies mit der Bemerkung „unverschämt“ kommentierte, verwies er des Raumes, woraufhin alle Kollegen den Raum verließen. Das Oberschulamt äußerte sich verwundert, daß die Stadt die Demonstration während der Unterrichtszeit zugelassen habe. Während Unmüßig seitens Eltern, Lehrer und Schüler immer weiter in die Isolation gerät, lobt ihn Kultusminister Mayer-Vorfelder für seine Bütteltätigkeit: „eine kompetente und in Fragen der Schulleitung erfahrene Persönlichkeit", die bisher „sehr gute Arbeit geleistet“ habe. — (c.)