Rechtsanwalt Rolf Gössner las in Konstanz
Rechtsanwalt Rolf Gössner las in Konstanz
Konstanz. Trotz Fußball-WM und einem Konzert in Singen kamen am 4. Juli rund 25 Leute in's „Barbarossa“ zu einer Veranstaltung mit dem radikaldemokratischen Polizei und GeheimdienstExperten Rolf Gössner. Gössner verglich in seinem Vortrag die politische Unterdrückung in der DDR (vor dem Herbst 1989) durch die „Stasi" und in der BRD durch den Verfassungsschutz usw. Die politische Repression in der BRD, so Gössner, sei weniger unmittelbar und flächendeckend als früher durch die „Stasi" in der DDR, dafür zielorientierter, effektiver und weniger sichtbar. Während die Repression in der früheren DDR deutlich personalintensiver gewesen sei, bezeichnete Gössner die Repression in der BRD als wesentlich technologieintensiver: technologisch seien die BRD-Repressionsapparate denen der DDR um 10 Jahre voraus. In der BRD sei die politische Unterdrückung für den größten Teil der Bevölkerung unsichtbar und anonym, die meisten Personen glaubten sich nicht betroffen und dächten nicht an die politische Repression, der Gedanke an die Veränderung dieser Zustände läge fern. Perspektivisch baut Gössner auf die Kontrolle der Staatsapparate durch Bürgergruppen wie „Bürger kontrollieren die Polizei" und deren Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit. Gössners positive Anknüpfung an „Wir sind das Volk" wurde allerdings in der anschließenden Diskussion kritisiert. — (bhs)