Heft 15 vom 25.07.1990 2/15 scan 2026-05-10

Innenministerium verweigert Musa Cebe die Einbürgerung



Innenministerium verweigert Musa Cebe die Einbürgerung

Konstanz. Seit 1981 lebt und arbeitet der Kurde Musa Cebe in Konstanz. Vor dem Terror des türkischen Regimes — zweimal wurde er verhaftet, weil er für die Unabhängigkeit Kurdistans eintrat — floh er als 20-jähriger in die BRD. Nach dem faschistischen Putsch 1980 stellte Musa einen Asylantrag, den die Verantwortlichen erst nach drei Jahren, die er in Sammellagern in Karlsruhe und Konstanz zubringen mußte, positiv beschieden. 1988 stellte Musa Cebe dann beim Landratsamt Konstanz einen Einbürgerungsantrag, das ihm Anfang dieses Jahres auch bescheinigte, er erfülle alle Voraussetzungen. Das baden-württembergische Innenministerium war da ganz anderer Meinung und lehnte den Antrag ab. Dafür reichten drei unbewiesene SpitzelBehauptungen, darunter als schwerwiegendste, Musa Cebe sei an einem DKPInfostand in Konstanz gesehen worden. Gegen dieses Vorgehen des Innenministeriums und die Ablehnung des Einbürgerungsgesuchs von Musa Cebe sammelt die Konstanzer Friedensinitiative Unterschriften. Listen können bezogen werden über: Maik Schluroff, Markgrafenstr. 10, 7750 Konstanz — (jüg)

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