"Die Würde des Menschen ist antastbar"
„Die Würde des Menschen ist antastbar“
Radolfzell. Unter dem Motto „Die Würde des Menschen ist antastbar" veranstaltete das Asylbewerberheim in Radolfzell am 14 Juli ein öffentliches Fest. Zu diesem „Fest der Begegnung“ war die ganze Woche vorher durch die Stadt an den Schulen sowie im „Südkurier" öffentlich eingeladen worden. Trotz schönsten Badewetters kamen dann erfreulicherweise auch immerhin 180 bis 200 deutsche Besucher/innen. Während die Radolfzeller Linke ignorant blieb und (fast) geschlossen abwesend war, besuchten überwiegend Bildungsbürger/innen das Asylbewerberfest, die sich auch offen zeigten für die Nöte der Asylsuchenden in der BRD — mensch konnte wirklich positiv überrascht sein. In Radolfzell befinden sich im Aslbewerberheim in der früheren Vauban-Kaserne z. Zt. 125 Asylsuchende, v.a. Menschen aus der Türkei, aus Kurdistan, aus dem Iran, aus Eritrea, Albanien und Vietnam. Obwohl die Veranstaltung weniger politisch und mehr „nur“ humanistisch ausgerichtet war, wurde mensch dennoch durch ausliegende Informationsmaterialien und Filme relativ gut aufgeklärt z. Bsp. über die Gründe, warum Menschen wirklich hierher fliehen. Die Kritik an er Inhumanität der Asylpolitik kam allerdings zu kurz, obwohl der Veranstalter (Herr Breuer vom Sozialamt) das Motto nach eigenen Worten als Kritik an dieser verstanden wissen wollte. In Radolfzell ist die Unterbringung der Asylsuchenden inzwischen relativ human. Radolfzell soll unter Asylbewerbern einen guten Ruf haben (im Vergleich zu anderen Orten in BadenWürttemberg sicherlich berechtigt). Herr Breuer zeigt sich engagiert für die Flüchtlinge, doch unter diesen selber gibt es auch Kritik an ihm. So wollte er Iraner zwingen, zu viert ein Zimmer zu belegen, obwohl diese einzelne Zimmer haben wollten. Iraner schildern ihn als „deutschen Beamten“, der wolle, daß „Deutschland nicht viel Geld verliert". Inwieweit er (der die herrschende Asylpolitik mit guter Sachkenntnis als inhuman kritisiert) wirklich so agiert oder nur so geringe Spielräume vorfindet, kann ich nicht beurteilen. — (bhs)