Heft 15 vom 25.07.1990 2/15 scan 2026-05-10

Demonstration gegen Deutsch-Nationalismus nach Fußball-WM



Demonstration gegen Deutschnationalismus nach Fußball-WM

Radolfzell. Rund 30 Teiinehmer/innen hatte eine Demonstration in Radolfzell am Sonntag, den 8. Juli, um 22 Uhr, kurz nach dem Endspiel der Fußball WM 1990 zwischen der BRD und Argentinien. Das Motto lautete „Nie wieder Deutschland — gegen den Doitschnationalismus“ und richtete sich gegen den doitschnationalen Taumel angesichts des Fußball WM-Siegs („Wir sind wieder wer"). Aufgerufen zu dieser Demonstration hatten das Antifa-Komitee Radolfzell, der KB Radolfzell und Radolfzeller Autonome. Die Teilnehmer/innenzahl war für Radolfzeller Verhältnis se ein Erfolg (vor allem auch, weil au. anderen Städten war fast niemand gekommen war), die Demonstration blieb trotzdem klein. Der Demonstrationszug bewegte sich hinter einem Transparent („Der größte Dreck, der uns bekannt, das ist das doitsche Vaterland“) auf der angemeldeten Demonstrationsroute durch die Radolfzeller Innenstadt, gerufen wurde u.a. „Aufruhr, Widerstand, wirwolln kein einig Vaterland,,. Die Demonstration wurde sicherlich zu wenig beachtet, ging wohl tendenziell unter angesichts der jubelnden und gröhlenden „Massen“ an diesem Abend und rief ansonsten Verwunderung bis Belustigung hervor. (Na, immerhin gab es eine Opposition.) Der „Südkurier“ widmete dann im Lokalteil der doitschnationalen Orgie auf den Straßen Radolfzells eine volle Seite, die Demonstration „würdigte“ er dabei mit einem Sätzchen. „Etwas verloren zwischen all den Feiernnden" „standen" die „jungen Leute“, so höhnte der „Südkurier", angeblich „herum". — (bhs)

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