Heft 15 vom 25.07.1990 2/15 scan 2026-05-10

Flughafen-GmbH: Schiesser schmierte ab



Fiughafen-GmbH: Schiesser schmierte ab

Konstanz/Radolfzell. Der Vorstoß der Radolfzeller Firma Schiesser, drei kritische Stadträte von SPD und FGL aus der Konstanzer Flughafen GmbH aus dem Aufsichtsrat abzuwählen, ist gescheitert. Die Gesellschafterversammlung der GmbH hat einen entsprechenden Antrag der Radolfzeller Unterwä- sche-Firma einstimmig (bei einer Stimmenthaltung) abgelehnt. In der Gesellschaft, die den Konstanzer Flughafen betreibt, hält die Stadt Konstanz 67% des Gesellschaftskapitals; der Gemeinderat wählt jeweils acht Vertreter für den Aufsichtsrat. Hintergrund des Schiesser-Vorstoßes, der mit 10000 DM amGesellschaftskapital (245000 DM) beteiligt ist: Bei den jüngsten Auseinandersetzungen um die Zukunft des Flughafens waren SPD und Grüne für dessen Schließung eingetreten, die Sozialdemokraten schwenkten erst in letzter Minute um, nachdem die Flugsportler auf den geforderten Ausbau des Flughafens verzichteten.

Laut Schiesser habe ein Aufsichtsratsmitglied dem „Wohl des Unternehmens" zu dienen, deshalb seien die SPD-Stadträte Klaus Hunderpfund und Roland Schöner sowie der Grüne Werner Allweiß nicht wählbar. Die Stadt argumentierte dagegen, der Gesellschaftsvertrag enthalte keine Klausel über die Wählbarkeit von Aufsichtsratsmitgliedern. Aus dem kritischen Verhalten der Stadträte lasse sich nicht unbedingt folgern, daß sie ihre Pflichten zum Nachteil der Gesellschaft verletzten. Mit der von der GmbH getroffenen Entscheidung, so die FGL in einer Erklä- rung, „ist gesichert, daß auch in Zukunft die Flughafengesellschaft, die zum überwiegenden Teil von der öffentlichen Hand finanziert wird, der demokratischen Kontrolle unterliegt.“ Die FGL bekräftigt in der Erklärung die Forderung nach einem Verbot der Motorsportfliegerei an Wochenenden, „denn es ist nicht einzusehen, daß durch das Hobby einiger rücksichtsloser Freizeitflieger die Menschen in unserer Stadt um Ruhe und Erholung gebracht werden.“ — (jüg)

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