Überfüllte Unterkünfte
Überfüllte Unterkünfte
Asylsuchende Roma im Zwangsurlaub in Dingelsdorf
Gemäß einem von der Landesregierung ermittelten Schlüssel für Städte und Gemeinden muß die Stadt Konstanz 359 Flüchtlinge aufnehmen, seither haben erst 319 ein Obdach gefunden. Die Sammelunterkünfte in der Jägerkaserne und in der Steinstraße sind hoffnungslos überfüllt, doch die Stadt blieb bislang untätig. Der Lohnerhof in Stromeyersdorf wird am 5. September für 30 Asylsuchende hergerichtet. Weitere Unterbringungsmöglichkeiten werden in Jer Jugendherberge und in den beiden Pugendhäusern gesehen, auch die Container sind noch in der Debatte. Für die Flüchtlinge bedeutet das ein Leben in unzumutbaren Verhältnissen, wovon auch die einzelnen Gemeinden nicht unbetroffen bleiben.
Mitte Juni hatte die Stadt vom Regierungspräsidium Freiburg Kenntnis über die Zuteilung von drei weiteren Familien, Roma aus Jugoslawien, erhalten. Am Tag der Ankunft, am 13. Juli stand für die Roma kein Quartier zur Verfü- gung. Bei der Suche nach einer „zumutbaren Lösung", stieß das Sozialamt auf die Thingolthalle in Dingelsdorf, in der am Tag der Umquartierung ein Schulfest nicht stattfinden konnte. Außerdem war die Halle als Ersatzlösung für den asbestverseuchten Wallhausener Kindergarten vorgesehen, der nach den Sommerferien dorthin umziehen sollte. Mittlerweile ist das Problem anders klöst worden, indem die Stadt die Fainilien in eigens dafür angeschafften Campingwagen unterbrachte. Für den Urlaub sei das gut, meinte ein Roma. aber nicht zum Leben. Bis zu vier Personen kochen und schlafen auf beengtesten Raum. Auf die Frage, wie die Bevölkerung reagiert, meinten sie, da gäbe es keine Probleme. Sie hätten nur Angst vor der Polizei. Vor der Jägerkaserne hätten sie beobachten können, wie eine arabische Familie im Polizeihandgriff in einen Bus verfrachtet und abbefördert wurde. Die Familie habe sich dagegen gewehrt in eine 1-Zimmerwohnung nach Waldshut zu ziehen, darauf hätte Herr Lothar Böhringer, Leiter der staatlichen Sammelstelle Jägerkaserne, die Polizei verständigt. Trotz ihrer Befürchtungen warten die vier Roma-Familien geduldig auf ihren Umzug in den Lohnerhof, den man ihnen für 5. September versprochen hat. —'(and)