Heft 16 vom 08.08.1990 2/16 scan 2026-05-10

Wohnungssuche ohne Ende



Wohnungssuche ohne Ende

Konstanz. Bereits in der Novemberausgabe 89 berichteten wir über das Wohnungsbaukonzept der Stadt. Damals schien man das Problem nicht ernst zu nehmen. Im Vordergrund stand die Förderung privater Investitoren und nicht der soziale Wohnungsbau. Ilse Ritzmann (FWG) äußerte dazu: „wer mehr arbeitet, verdient mehr und soll besser wohnen. . .“ Der Stadtrat konnte sich dazu durchringen auf Cherisy-Gelände Sozialwohnungen in Planung zu stellen, alle übrigen 11 Vorschläge fielen unter den Tisch. Rund 500 Mio. DM werden dieses Jahr in den Wohnungsbau investiert; daß der Löwenanteil an Spekulanten geht, wird aus dem Haushaltsplan ersichtlich. Etwa 1,5 Mio. werden WOBAK und Spitalstiftung für Bauprojekte zugestanden, 1,6 Mio. werden für Häusersanierug aufgewendet und weitere 2,5 Mio. für die Erschließung neuer Wohngebiete. Angesichts von 2522 Wohnungsgesuchen (WOBAK) erscheint die Bemerkung der Stadträtin schlicht zynisch. Zwar werden neue Konzepte entwickelt, aber deren Realisierung findet erst in den kommenden Jahren statt. Die neue Geschäftigkeit kann nicht über das Versäumte hinwegtäuschen.— (and)

Linksrhein ist ein Dienst von Christof Mainberger in Konstanz und erhebt keine personenbezogenen Daten.