Heft 16 vom 08.08.1990 2/16 scan 2026-05-10

Vertriebenentreffen: Kohl und Späth drohen Polen



Vertriebenentreffen: Kohl und Späth drohen Polen

Die Republikaner hatten die Stimmung angeheizt. Sie verteilten Flugblätter und hängten Transparente auf: „Noch ist Schlesien nicht verloren!“ Entsprechend erhielt Kohl Pfiffe, als er bei der Feierstunde des Bundes der Vertriebenen in Stuttgart Bad Cannstatt am 5.8. erklärte, die Oder-Neiße-Grenze stehe als polnische Westgrenze fest. Allerdings, so erklärten Kohl, Späth und andere übereinstimmend mit den Vertriebenenfunktionären, diese Erklärung sei daran gekoppelt, daß Polen das „Unrecht der Vertreibung" anerkenne, faktisch also zugestehe, daß die Gebietsansprüche zu Recht bestünden. Außerdem solle Polen zugestehen, daß Teile der polnischen Bevölkerung (deutsche Minderheit) entsprechend der völkischen Bestimmungen der deutschen Staatsbürgerschaft in besonderer Beziehung zur BRD stehen. — (aik)

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