Fascho-Skins am Seenachtsfest
Fascho-Skins am Seenachtsfest
Waffen, Steinwürfe, „Sieg Heil“/kaum Verfahren eingeleitet
Schlagringe, Schlagstöcke, Klappmesser und Ketten nahm die Polizei den zum Konstanzer Seenachtsfest angereisten Fascho-Skins ab. Laut einem Sprecher der Polizeidirektion war den Behörden schon im Vorfeld bekannt, daß Skingruppen an diesem Tag nach Konstanz mobilisieren. Bei Kontrollen wurden elf Faschos vorübergehend festgenommen, gegen sie laufen Ermittlungsverfahren wegen unerlaubtem Waffenbesitz und Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz.
Im Verlauf des Samstags kam es trotz starker Polizeipräsenz, darunter auch eine Einheit des SEK Göppingen, zu Provokationen und Angriffen der Skins. Am Fischmarkt begannen sie eine Schlägerei vor einer Gaststätte. Neun Faschos aus Blaubeuren wurden dabei festgenommen.
Die Polizei räumt in ihrem Bericht ein, daß Skins mit Flaschen und Steinen geworfen haben. Dennoch: Auf Anfrage gab die Polizei die Auskunft, daß es keine weiteren Ermittlungsverfahren gibt. Antifaschistinnen, die am Seenachtsfest Aktivitäten von Faschisten und Polizei organisiert beobachteten, berichten von Sachbeschädigungen der mobilen Arrestbusse und „Sieg-Heil"-Rufen der gefangenen Faschos. Reaktion eines Beamten: „Ihr seid mir schöne Deutsche“. Auch hier: Keine Konsequenzen.
Auf die Frage, weshalb im Polizeibericht nichts von der politischen Motivation der Skins erwähnt sei und im Zuge von Präventivmaßnahmen von „Rocker- und Skingruppen" die Rede ist, gab der Sprecher der Polizeidirektion die Auskunft, daß nicht alle Skins politisch motiviert seien: „Sie können da nicht alle über einen Kamm scheren".
Die Beamten müssen wohl taub gewesen sein. Auch die Kripo hat ihre bei Antifa-Aktionen oft angewendete Repressionspalette, die von Sachbeschädigung, Landfriedensbruch, Körperverletzung und Beleidigung reicht, offenbar an diesem Tag vergessen. — (jüw)