Mangel an spottbilligen Arbeitskräften
Mangel an spottbilligen Arbeitskräften
Konstanz. In Sachen Arbeitsplatzbeschaffung für jugendliche Arbeitslose unter 25 Jahren, zumeist ohne Hauptschulabschluß, muß das Arbeitsamt einen Mißerfolg verbuchen. Es mangelt an 16 arbeitsfreudigen Leuten, die bereit wären, für einen Hungerlohn von weniger als 500 Mark monatlich ihre Arbeitskraft ein Jahr lang zu Verfügung zu stellen. Das, so das Konstanzer Arbeitsamt, sei die Mindestzahl für einen entsprechenden „Kurs“. Das Konzept, nach dem verfahren wird, um die Betroffenen in die Arbeitswelt zu integrieren, ist ein berufspraktisches Jahr, in dem die Jugendlichen in mehreren Betrieben arbeiten und ein bißchen Theorie hinzulernen. Das praktische Jahr wird jedoch nicht für die Ausbildung angerechnet, sondern stellt lediglich eine Qualifikation für einen Ausbildungsplatz dar, bzw. erschließt die Möglichkeit als angelernte Arbeitskraft in einem Betrieb eingestellt zu werden. Immerhin, 420 Arbeitslose nehmen derzeit landesweit an den Kursen teil. Durchschnittlich 20% der Teilnehmerinnen und Teilnehmer brechen das Jahr wieder ab, vermutlich deshalb, weil ihnen aufgegangen ist, daß sie von den Arbeitsämtern und der Industrie geleimt worden sind. — (and)