Heft 17 vom 22.08.1990 2/17 scan 2026-05-10

Mayer-Vorfelder propagiert den patriotischen Fußballer



Mayer-Vorfelder propagiert den patriotischen Fußballer

Dem Deutschland-Gegröle nach der Fußballweltmeisterschaft fehlten die sportlichen Identifikationsfiguren: Die Fußballer spielen offensichtlich nicht für Nation und Ehre, sondern fürs Geld. Mayer-Vorfelder ist das ein Dorn im Auge. Als Vorsitzender des Liga-Ausschusses des Deutschen Fußballbundes schlug er vor, Spieler, die in ausländischen Mannschaften ihr Brot verdienen, für die Nationalmannschaft zfe sperren. Die Ablehnung durch Spieler war einhellig: „Wir Fußballer sind mit den Ablöseregelungen sowieso schon in einer Lage, die es in keinem anderen Beruf gibt" (Buchwald, VfB Stuttgart). Littbarski, Köln, spricht für freie Arbeitsplatzwahl, gegen Beschneidung persönlicher Rechte. Torwart Illgner, Köln, bringt ins Gespräch, daß Nationalspieler besser für jedes Spiel Geld erhalten sollten, wie in anderen Ländern üblich. Auch Bundestrainer Vogts lehnte ab: „Für mich gibt es keine patriotischen Deutschen und Auslandsdeutschen, für mich gibt es nur gute und schlechte Fuß- baller.“ Also ein glattes Eigentor von Mayer-Vorfelder? Nicht ganz, seine Fan-Gemeinde ist wieder mit nationalistischem Stoff beliefert. — (atk)

Linksrhein ist ein Dienst von Christof Mainberger in Konstanz und erhebt keine personenbezogenen Daten.