Tod nach Festnahme Polizeiversion falsch
Tod nach Festnahme Polizeiversion falsch
In der Nacht zum 30. August verstarb im Konstanzer Krankenhaus ein 35 jähriger Mann, der nach einer Festnahme am Freitag zuvor in der Ausnüchterungszelle auf der Mainauwache im Koma aufgefunden wurde. Laut Polizei hatte er sich in der Zelle mit einer Wolldecke versucht zu erhängen. Dies war zwei Stunden nachdem er in der Konradigasse unter dem Tatverdacht des Fahrzeugdiebstahles festgenommen wurde. Der Verdacht hat sich inzwischen nicht bestätigt. Die Polizei gibt an, daß sich der Mann bei der Festnahme massiv zur Wehr gesetzt habe. Nach Aussagen von Augenzeuginnen ist zumindest diese Version falsch. Der Mann wurde von zwei Polizeibeamten mit gezogener Dienstwaffe aus einem Lieferwagens gezerrt, durchsucht und auf den Kofferraum des Polizeifahrzeuges geworfen. Dort wurden ihm Handschellen angelegt. Während der ganzen Festnahme hat sich der Mann in keiner Weise zur Wehr gesetzt. Ein Polizeibeamter gab noch am Festnahmeort über Polizeifunk an, daß der Mann einen verstörten Eindruck macht. Am Tag nach dem Tod gab die Staatsanwaltschaft Konstanz bereits bekannt, daß die Polizei keine Schuld am Tod des Mannes trifft. Ist es nicht verwunderlich, daß diese Aussage der Staatsanwaltschaft schon einen Tag danach gemacht werden konnte? Dies obwohl die Landespolizeidirektion mit ihren Ermittlungen noch gar nicht begonnen hat. — (jüw)