Heft 19 vom 19.09.1990 2/19 scan 2026-05-10

3. Oktober: Jubeltag für Reaktionäre und Faschisten



3. Oktober: Jubeltag für Reaktionäre und Faschisten

Es gehört nicht viel dazu, für den 3. Oktober eine Demonstration faschistischer, nationalistischer und rassistischer Positionen vorauszusagen. Ganz Deutschland soll sich über das 4. Reich freuen. Die ALL will und kann sich nicht mitfreuen, will vielmehr zum Ausdruck bringen, daß es auch gar nichts gibt, worüber sich Menschen, die mit Arbeit, sofern sie welche haben, ihren Lebensunterhalt finanzieren müssen, freuen können. Mit einem Faltblatt werden in Beiträgen zu Frauenpolitik, Ausländerpolitik, Antifaschismus, Militarismus, Nationalismus, Repression und Internationalismus die konkreten Auswirkungen auf die werktätige Bevölkerung in „Groß- deutschland" aufgezeigt. Für den 29.9. und den 2.10. sind Stände in der Stadt vorgesehen. Auf einer Sitzung am 20.9. um 20 Uhr im Büro in der Schottenstr. 3 will die ALL darüber beraten, was darü- berhinaus noch geleistet werden kann. Den Reaktionären soll dieser Tag nicht ohne weiteres überlassen werden. Mit faschistischen Provokationen müssen wir rechnen. — (wmo)

Konstanz. Seit kurzem sind auch in Konstanz wieder faschistische Schmierereien, wie hier in der Katzgasse zu sehen. Auch in der Zollernstraße und an der alten Rheinbrücke wurde geschmiert. Natürlich berichtet der Südkurier nicht über die Umtriebe der Faschisten, greift das Wiederaufflammen faschistischer Propaganda nicht an, sondern hetzt eher gegen Obdachlose in der Innenstadt. Was muß noch alles geschehen, daß sich diese angeblichen Demokraten auch mal gegen faschistische Aktivitäten wenden. Wenn ermittelt wird, dann wohl so wie in Schwenningen, als auf eine Bundesstraße ein großes Hakenkreuz mit der Unterschrift „Wir kommen wieder" gemalt wurde. Dort sei nach Aussage der Polizei noch nicht geklärt, ob die „Tat" politisch motiviert sei. — (wmo)

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