"Südkurier"-Hetze gegen "Penner" - unerträglich
„Südkurier“-Hetze gegen „Penner“ — unerträglich
Konstanz. Die Hetze des „Südkurier“ gegen Obdachlose, seit geraumer Zeit immer wieder ins Blatt gesetzt, nimmt unerträgliche Formen an. Am 19.9. durfte Winfried Thum ran. Der Mann, den der Verleger schreiben läßt, was die Anzeigenkunden aus der Konstanzer Geschäftswelt bei Laune und damit die Profite der Eigner am Wachsen hält, ist sein Geld wert. „Penner lieben schöne Plätze“ ereifert sich der Redakteur — zweifellos eine Frechheit: die sollen froh sein, daß sie nicht ins Arbeitslager wandern. „Ein gutes Dutzend Wohnsitzloser und ihre Hunde beherrschen die Szene“, „Treppen werden belagert, und wer als Spaziergänger einen Vierbeiner mit sich führt, kommt selten unbehelligt durch den Engpaß Marktstättenunterführung“. Eine Stadt im Belagerungszustand, wehrlose Bürger von gefährlichen Nichtstuern durch Betteln gnadenlos tyrannisiert. „Die Freiheit, die Berber meinen, findet ihre Grenzen bei den Persönlichkeitsrechten der Bürger und Besucher“, das weiß Thum genau. Wer sich hier aufhalten will, hat Bürger oder Besucher zu sein. Das kann offenbar nur sein, wer was hat. Und weil Obdachlose das nicht haben, sollen sie froh sein, wenn sie ungestraft unter der Rheinbrücke lagern dürfen, wo Ordnungsamt-Leiter Lücke sie "gern hätte“. Der führt zwar einen lobenswerten „Kleinkrieg“ gegen die „Penner“, steht aber „auf verlorenem Posten", meldet Kriegsberichterstatter Thum. Das ruft doch nach einer Bürgerwehr. . . — (jüg)