Erfolgreiche Aktionstage im Juze "Schlupfwinkel"
Erfolgreiche Aktionstage im Juze „Schlupfwinkel
Drei Tage lang großer Zulauf — Jugendliche stärken Position gegenüber Stadt
Vom 28. bis zum 30. September veranstaltete der Verein "Juze statt Plastik" Aktionstage im Konstanzer Juze "Schlupfwinkel". Diese sollten einen breiteren Protest gegen die Umstrukturierungspläne der Stadt und eine Stärkung der Position des Vereines als ernstzunehmender Verhandlungsvertreter erreichen.
An allen Tagen waren die Veranstaltungen sehr gut besucht. Zu einem Konzert am Samstag kamen zwischen 250 und 300 Leute, zu einer Demonstration durch die Stadt am selben Tag etwa 100. Auffallend war, daß der überwiegende Teil der Besucherinnen in der Altersgruppe war, welche die Stadt eigentlich gerade verzweifelt für ein Jugendzentrum nach ihrer Couleur sucht.
Für dieses Vorhaben hat die Stadtverwaltung zum ersten Mal seit Jahren wieder alle fünf ausgeschriebenen Stellen besetzt. Auf ersten Oktober wurde nicht nur Axel Landenberger als neuer Leiter eingestellt, sondern noch zwei weitere Sozialarbeiterinnen. Diese sollen in Schulen und in Stadtteilen eine neue Zielgruppe für das Jugendzentrum werben. Das Juze soll unterdessen den öffentlichen Betrieb weiter geschlossen halten. Das private Angebot ist ebenfalls in Gefahr. Zwar hat der Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung am 27. September gegen eine Unterbringung von Asylbewerberinnen im Juze votiert, dennoch will die Stadtverwaltung laut „Südkurier“ vom 29. September dort „eventuell" Asylbewerberinnen unterbringen.
Bei den Nutzerinnen wird dies als Spaltungsversuch gewertet und abgelehnt. Aus Kreisen des Vereins „Juze statt Plastik“ wurde der Vorschlag gemacht, Asylbewerberinnen überhaupt nicht in Sammelunterkünften unterzubringen oder, wenn dies dennoch geschieht, nicht im Juze, sondern beispielsweise in den renovierten Räumen des zukünftigen Landesarchäologie-Museums. Diese Maßnahme würde sich dann auch gegen die von der Verwaltung betriebenen Umstrukturierung hin zu „Glanz und Glitzer“ in der gesamten Stadt richten, gegen die sich die Jugendlichen auf ihrer Demonstration am Samstag ebenfalls ausgesprochen haben.
In einer Rede heißt es dazu: „Nach dem Motto "sauberer isch's konstanzerischer" wird aufgeräumt. Ob am Juze, an der Schmugglerbucht, ob mit Punkkonzerten, billigen alten Wohnhäusern oder Obdachlosen in der Innenstadt. Bei dieser Gesamtpolitik ist es nur folgerichtig, daß aus dem Konstanzer Juze ein 'Kulturzentrum' werden soll, welches die Stadt vorzeigen kann. Dabei geht es weniger um die Jugendlichen und deren Bedürfnisse, als vielmehr darum, Prestigeobjekte zu schaffen..." — (jüw)