20,4% für linke OB-Kandidatin
20,4% für linke OB-Kandidatin
Freiburg. Bei der OB-Wahl am 23.9. wurde der bisherige Amtsinhaber Böhme (SPD) mit 53,3% zwar wieder zum OB gewählt. Berauschend ist dieses Ergebnis für Böhme allerdings nicht. Die Wahlbeteiligung lag bei nur 50% (fast 20% weniger als vor acht Jahren bei Böhmes erster Wahl). Der Kandidat der CDU, Klaus Guggenberger, erzielte ein miserables Ergebnis von 24,3%. Schon Wochen vor der Wahl hatten sich Teile der konservativen und die liberalen Kräfte in Freiburg im Verein mit der Badischen Zeitung zu einer Kampagne gegen Guggenberger entschlossen: CDU- (Halb-)Prominenz, die FDP und die Freien Wähler machten Stimmung für Böhme und kritisierten Guggenberger, weil dieser sich im Juli mit dem RepVorstand getroffen hatte, ohne allerdings die faschistischen Inhalte anzugreifen. Diese Kampagne bewirkte offensichtlich eine niedrige Wahlbeteiligung von CDU-Wählern und den knappen Sieg von Böhme im ersten Wahlgang (in dem ein Kandidat mehr als 50% benötigt, um gewählt zu werden). Erfreulich ist demgegenüber, daß die Kandidatin der Unabhängigen Frauen Freiburgs, Rechtsanwältin Maria Viethen, auf Anhieb 20,4% der Stimmen erhielt. Sie wurde von den Grünen und der Linken Liste/Friedensliste unterstützt; in einigen Stadtteilen kam sie auf über 30% der Stimmen, in der Altstadt, dort wo Böhme eine Kultur- und Tagungsstätte hochziehen lassen will und wo mitten durch Freiburg eine vierspurige Straße sowie ein neuer Bahnhof (Motto: Alles für die Wirtschaft) gebaut werden sollen, sogar auf 38%. — (ulb)