Ein autonomes Haus muss her!
Ein autonomes Haus muß her!
Jugendrat fordert sofortige Wiedereröffnung des Juze
Nach einer längeren Pause fand am 11.10 im Jugendzentrum Schlupfwinkel wieder ein Gespräch zwischen der Stadtverwaltung, Vertreterinnen des Jugendwohlfahrtsausschusses und dem Jugendrat des JuZe statt. Während Stadtjugendpfleger Baier ein neues bauliches Konzept vorlegte, drängte der Jugendrat auf eine inhaltliche Debatte. In dieser wurde deutlich, daß die Forderungen der bisherigen Nutzerinnen nicht nur ihre Berechtigung haben, sondern auch mit den Plänen der Stadt jum zu vereinbaren sind, die ein JuZe für jüngere Jugendliche mit einem „vielseitigen" kulturellen Angebot will — die jetzigen Nutzerinnen sollen gehen; Der Jugendrat fordert selbstverwaltete Räume. die mit denen des JuZe vergleichbar sind und die vom Verein „Juze statt Plastic" verwaltet werden. „Die Erfahrung .Aktionstage'. der Zuspruch und die Unterstützung von Hunderten von Menschen haben uns darin bestärkt, nicht mehr loszulassen. Wir wollen das erste autonome Haus in Konstanz!“, hieß es in einer von ihm eingebrachten Erklärung. Weiteres Anliegen des Rates war, daß das JuZe ab sofort wieder eröffnet wird. Dazu lag ein Vertragsentwurf des Vereins vor, der weitgehende Nutzungsrechte und die Aufhebung der einschränkenden Maßnahmen seitens der Stadt vorsieht. Die Prüfung des Entwurfs wurde zugesagt. Auf Empörung unter den Jugendlichen stieß die Information, daß ab dem 15.10. „für c.a. 14 ^ge" 30 Flüchtlinge im JuZe einquartiert werden sollten. In dieser Zeit wäre das JuZe für jegliche Nutzung geschlossen worden. Der Jugendrat wehrte sich nicht gegen dieses Vorhaben, verurteilte aber scharf den Versuch der Verwaltung, zwei „Randgruppen" gegeneinader auszuspielen. Nach Recherchen des Jugendrats wurde am Freitag Abend bekannt, daß die Flüchtlinge nun doch nicht im JuZe untergebracht werden. Neun von ihnen kommen in ein Hotel in Litzelstetten, die anderen 21 werden in Wohnwägen auf dem Lohnerhof zusammengepfercht. Der Verein „Juze statt Plastic“ wird in den nächsten Tagen und Wochen versuchen, das JuZe mit noch mehr Leben zu füllen, der Kneipenbetrieb jeden Mittwoch und Samstag soll ausgeweitet, ein kontinuierliches Programm organisiert werden. Die Stadt soll zur Unterzeichnung eines Übernahmevertrags gedrängt werden. — (be/tv)