Ideenwettbewerb "cherisy-Kaserne"
Ideenwettbewerb „Cherisy-Kaserne“
Präsentation der Entwürfe im Kulturladen
Konstanz. Am 21. September traf sich das Preisgericht in der Cherisy-Kaserne, um über die elf rechtzeitig eingegangenen Arbeiten zum städtebaulichen Ideenwettbewerb „Cherisy-Kaserne“ zu befinden. Als Preisrichter waren u.a. Oberbürgermeister Eickmeyer, Baubürgermeister Fischer, die Stadträte Müller-Neff, Hundertpfund und Dienst sowie als sachverständiger Berater ohne Stimmrecht u.a. Bellmann von der „Neuen Arbeit". Fünf Arbeiten erhielten Preise zwischen 5000 und 25000 DM.
Alle Ideenvorschiäge waren vom 1.10 bis 10.10. im Kulturladen öffentlich ausgestellt. Da für die weitere Bebauungsplanung die mit dem 1. Preis prämierte Arbeit die größte Relevanz hat und die mit dem 2.Preis gewürdigte für die betroffenen Bewohnerinnen und Handwerkerinnen eine echte Alternative darstellt, werden aus Platzgründen nur diese zwei Vorschläge näher dargestellt:
Gemäß Fischers Verlautbarung erhielt der vom Architekten Michael Breda aus Gundelfingen vorgelegte Entwurf den 1. Preis, weil diese Arbeit alte Strukturen in Frage stelle, die Südhanglage für Wohnbauten ausnutze und das Gewerbe an die neue Straße ansiedele (gemeint ist der projektierte vierspurige Zubringer zur neuen Rheinbrücke). Positiv ist großzügige Begrünung auch im Bereich der neuen Bebauung, desweiteren der Verzicht auf eine Zwischenoder Randbebauung im Bereich der Blöcke 1 bis 4 oder an der Fürstenbergstrasse. Dagegen soll irgendwann der Block 7 abgerissen werden, nach Fischers Aussage zur Ausstellungseröffnung aber nicht in absehbarer Zeit. Außerdem ist ein Solitärbau mit ca. sieben Geschossen östlich von Block 1 vorgesehen, der negativ auffällt. Mit 325 vorgeschlagenen Neubauwohnungen ist die geplante Bebauung sehr massiv.
Den 2. Preis bekam der vom Architekten Rolf Zimmermann aus Radolfzell vorgelegte Entwurf. Dieser geht von einem annähernd vollständigen Erhalt des vorhandenen Gebäudeensembles (auch von Haus 7) aus. Der Baumbestand bleibt unangetastet und wird ergänzt. Damit wird die momentane Nutzung voll erhalten, was zwar im Sinne der dort wohnenden und arbeitenden Menschen ist, aber nicht des Preisgerichts, dem 172 neue Wohneinheiten im Wettbewerbsgebiet nicht ausreichen.
Der 1. Preis liefert nun viele Vorgaben für die weitere Planung, wird aber in etlichen Details sicherlich noch verändert. Vom Engagement der heutigen Nutzerinnen wird es abhängen, inwieweit auch Ideen vom 2. Preis in den weiteren Planungsprozeß einfließen werden. — (anw)