Freispruch im Antifa-Prozess Haarsträubende Lügen
Freispruch im Antifa-Prozeß Haarsträubende Lügen
Tuttlingen. Der Konstanzer Antifaschisten Stefan Otto mußte sich am 9.11. vor dem Amtsgericht Tuttlingen wegen angeblicher schwerer Körperverletzung verantworten. Manfred Vollack, Bundestagskandidat der NPD im Wahlkreis Konstanz, behauptete, Stefan Otto habe ihn während einer Demonstration gegen eine NPD-DVU Großveranstaltung in Tuttlingen ans Schienbein getreten. Auf Grund dessen habe er zehn Tage im Krankenhaus gelegen. In der Verhandlung kam heraus, daß der Krankenhausaufenthalt nicht wegen der Beinverletzung nötig war. Grund dafür war vielmehr eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse und ein Praedelir, einer Folge von Alkoholismus. Der medizinische Sachverständige erklärte, daß Vollack in der von ihm geschilderten Situation nicht in der Lage gewesen sein kann, festzustellen, wer ihn getreten hat, daß es auch möglich sei, daß er gar nicht getreten worden sei, sondern sich gestoßen habe. Der NPDler verwickelte sich in Widersprüche und brachte eine ganz andere Version als in seinen früheren Aussagen. Die dreistesten Lügen erzählte Mike Pfeiffer, ehemaliger NPD-Ortsvorsitzender von Konstanz. Pfeiffers Unwahrheiten waren derart haarsträubend, daß Michael Schubert, der Verteidiger des Angeklagten, in seinem Plädoyer den Staatsanwalt aufforderte, gegen den Zeugen wegen Falschaussage zu ermitteln. Nach diesen Aussagen plädierte selbst der Staatsanwalt für Freispruch. — (db)