Heft 1 vom 09.01.1991 3/1 scan 2026-05-17

Aktionen gegen einen Golfkrieg

Demonstration in Singen, Kundgebung in Konstanz


Aktionen gegen einen Golfkrieg

Demonstration in Singen, Kundgebung in Konstanz

Am Donnerstag, den 20.12.90 um 19.30 Uhr fand in Konstanz vor dem „Hertie" eine Kundgebung gegen den Krieg am Golf statt. Mobilisiert hatte eine damals neu entstandene Aktionseinheit mit Alternativer Linker Liste KN. Freier Grüner Liste KN. friedensinitiative KN und Kurdistan-Komitee KN. Bei verkaufsoffenem Dienstleistungsabend und starker Kälte waren circa 50 bis 80 Leute, mehrheitlich aus dem Friedensspektrum, zusammengekommen. Zuvor waren zwei tStunden lang vier Infostände über Kurdistan und über die Folgen eines GolfKriegs in der Innenstadt präsent; der Zuspruch war erfreulich, vor allem über Kurdistan traten bei zahlreichen Leuten erhebliche Informationsdefizite zutage. In einer Kundgebungsrede warnte Hans Weinbacher (FGL) vor den katastrophalen ökologischen Folgen eines Kriegs in der Ölregion am Golf; ein Vertreter des Kurdistan-Komitees sprach über die Lage in Türkisch-Kurdistan.

Am Samstag, den 22.12.90 ab 11 Uhr fand in der Innenstadt von Singen eine über einstündige Demonstration mit etwa 150 bis 200 Teilnehmer/inne/n gegen den Golfkrieg und die türkische Politik in Kurdistan statt. Die hauptveranstaltende Gruppe, die türkische „Sosyalist Party“ (eine ehemalige MLPartei) hatte allerdings auch überregional mobilisiert; es sollen auch Leute mit Bussen aus Stuttgart und Köln gekommen sein. Etwas zu kritisieren wäre der recht straff organisierte Charakter der Demonstration in strengen Viererreihen mit exakten Abständen und das etwas monotone Wiederholen der über Megaphon ausgegebenen Parolen, die wohl wenige Umstehende verstanden haben dürften (da meist phrasenhaft und häufig nur auf türkisch); bisweilen hatte die Demo den starken Charakter einer Parteiveranstaltung mit zahlreichen Parteifahnen. Aufgerufen 'worden war zu der Demo mit einem auch in Konstanz verteilten Flugblatt mehrerer Gruppen „Der Krieg hat längst begonnen" über die türkische Vernichtungspolitik in Kurdistan. Darin wurde gefordert: „die Einstellung jeder Wirtschafts- und Militärhilfe; Intervention bei der türkischen Regierung zur Wiedereinsetzung der Menschenrechte in Kurdistan; Asyl für alle kurdischen und türkischen Flüchtlinge".— (bhs)

Linksrhein ist ein Dienst von Christof Mainberger in Konstanz und erhebt keine personenbezogenen Daten.