Heft 2 vom 24.01.1991 3/2 scan 2026-05-17

Konstanzer Faschist arbeitet im "Hilfskomitee Oberschlesien"



Konstanzer Faschist arbeitet im „Hilfskomitee Oberschlesien"

Konstanz. Der Konstanzer Faschist Andreas Saur wird als verantwortliche Kontaktperson für em ..Hilfskomitee Oberschlesien" angegeben, das „die Arbeit der Deutschen Freundeskreise in Oberschlesien tatkräftig unterstützen" möchte. Das geht aus einer Anzeige in der Zeitschrift ..Europa Vorn" hervor, in der führende Rechtsradikale publizieren. Erste Aufgaben des Komitees seien die „Beschaffung von Unterrichtsmaterialien. Vermittlung von Lehrern und ehrenamtlichen Helfern für befristete Zeit. Aufbau eines deutschsprachigen Rundfunks. Sammlung von Geldern zum Erwerb des notwendigen technischen Gerätes. Vermittlung von Wirtschaftskontakten, Unternehmensberatung" Saur ist in Konstanz schon seit langem als faschistischer Aktivist bekannt. 1985 wurde er bei einem Treffen der Wickingjugend in der Nähe von Überlingen gesehen. Bereits 1984 erblindete Sauer als er beim Hantieren mit Sprengstoff in seiner Wohnung in der Mayenfischstraße 9 eine Explosion verursachte. Bei den anschließenden Ermittlungen stellte die Kriminalpolizei auch Teile einer Handfeuerwaffe sicher. Zu jener Zeit war die Mayenfischstraße Treffpunkt der Faschoszene in Konstanz. Saur nahm an vielen Veranstaltungen faschistischer Organisationen wie der NPD oder den "Republikanern", wie unter anderem auch an einem NPD-Landesparteitag 1986 in Tuttlingen teil. Direktor Bühler vom Humboldt-Gymnasium kümmerte sich in der Folgezeit um seinen Schüler und erblindeten Explosionsverursacher. (wmo)

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