Späth zum Rücktritt genötigt War er zu teuer geworden?
Späth zum Rücktritt genötigt War er zu teuer geworden?
Die Linie von Späth war: Die Politik muß möglichst eng an die Konzerninteressen angepaßt und möglichst direkt zugänglich sein. Diese Politik stieß bei den davon direkt Begünstigten — den Monopolfirmen — und den mehr indirekt Begünstigsten — kleineren und mittleren Kapitalisten — auf Zustimmung, das entsprechende Schlagwort in den lobenden Abschiedsworten lautet: Baden-Württemberg entwickelte sich unter Späth zum Spitzenreiter in High-Tech. Die enge Verknüpfung von Konzernentscheidungen und Politik führt allerdings zu einem aus dem Geschäftsleben sattsam bekannten Phänomen: Geschenke, abgestuft nach der Hierarchie, sind nötig, um sich dein Geschäftspartner angenehm in Erinnerung zu bringen. Nimmt das im politischen Leben einen beträchtlichen Umfang an — und nach verschiedenen Meldungen traf dies für die Zahlungshöhe zu und war auch nicht auf den Ministerpräsidenten beschränkt —, führt das zu Konkurrenznachteilen und macht manchem Kapitalisten die Politik zu teuer.
Der Nachfolger, der bisherige CDUFraktionsvorsitzende im Landtag. Teufel, steht im Ruf, tief katholisch und damit moralisch einwandfrei zu sein. Bei den Konzernen verursacht das allerdings keine Aufregung, christlicher Fundamentalismus und Politik fürs Monopolkapital vertragen sich ausgezeichnet, vor allem in Zeiten, in den Zahl der Begünstigten einer solchen Politik absehbar kleiner wird. — (alk)