Landesärztekammer protestiert gegen Müllverbrennung
Landesärztekammer protestiert gegen Müllverbrennung
Karlsruhe. Die baden-württembergische Landesärztekammer (LÄK) hat sich scharf gegen die Absicht der Landesregierung gewandt, in Kehl am Rhein eine Müllverbrennungsanlage für Sondermüll zu errichten. Der Präsident der LÄK, Große-Ruyken, schrieb in einem Brief an Ärzte der Region, eine derartige Anlage sei „eindeutig gesundheitsschädlich". Es sei „voller Überzeugung, daß wir sie verhindern können“. Die Kritik richtet sich allerdings vor allem gegen den geplanten Standort. nicht gegen das Vorhaben an sich: Der Ortenau-Kreis weise bereits jetzt die höchste Rate an bestimmten Krebsfällen in der BRD auf, vor allem aufgrund der hohen Schadstoffemissionen aus der Industrieregion Strasbourg auf französischer Seite. Die Landesregierung erklärte, an der Planung festzuhalten. Durch Schließungen und Modernisierungen bestehender Verbrennungsanlagen in der Region, „auch in Zusammenarbeit mit den Franzosen", werde die Schadstoffbelastung der Luft auch nach Inbetriebnahme der neuen Müllverbrennungsanlage geringer sein als vorher. (Quelle: FR. 31.1290 — wjw)