Golfkrieg: Massenhafte Protest überall
Golfkrieg: Massenhafte Proteste überall
Im folgenden ein paar Streiflichter von Aktionen in Baden-Württemberg: In Freiburg fanden zwei Demonstrationen mit zwischen 15000 und 20000 Menschen statt. Bei der Kundgebung am Samstag sprachen Leute von DGB und Christlichem Friedensrat bis hin zu Autonomen. Antiimperialisten und Kommunisten. — Die Linke Liste brachte unterstützt von den Grünen und einer SPD-Gemeinderätin einen Antrag im Gemeinderat ein. die Stadt solle die Besatzung des Versorgers „Freiburg“ („Patenschaft"!) auffordern, sich jeglicher Beteiligung am Golfkrieg zu verweigern.
Im Ortenaukreis fanden mehrere Demonstrationen und Kundgebungen statt. Am Samstagvormittag in BadenBaden (400 Beteiligte), Bühl (400). Lahr (300), Oberkirch (450), Offenburg (1500) und Rastatt. Am Sonntag demonstrierten 200 in Achern. Schon am Freitag war es in Offenburg zu einer spontanen Demonstration von 300 Schülern während der Unterrichtszeit gekommen. In Bühl demonstrierten samstagabends noch einmal 100 Schüler, in Steinbach am Sonntagabend ebenfalls 100.
Getragen wurden die Aktionen von verschiedenen örtlichen Zusammenschlüssen. In Bühl z.B. hatte sich schon im Dezember letzten Jahres eine Aktionseinheit aus den Grünen, Azania-Arbeitskreis, 3.-Welt-Arbeitskreis Appenweier und BOA (Bundeswehr ohne Armee) Lahr gegründet. Diese führte am 15. Dezember eine Demonstration mit 120 Teilnehmern durch. In Offenburg wurden ab Samstag, den 12.1. auf Initiative von Pax Christi („Menschen für den Frieden") jeden Abend Mahnwachen und Schweigemärsche durchgeführt, an denen sich mehrere hundert Menschen beteiligten.
In Stuttgart demonstrierten am Tag des Kriegsbeginns etwa 20000; im Anschluß fand eine Versammlung statt, die über weitere Aktionen beriet. Am Freitag waren 15000 Menschen auf dem Schloßplatz versammelt, darunter 7000 streikende Schülerinnen und Schule: Erneut ca. 20000 beteiligten sich an der „Volksversammlung" am 19.1. Nach den Kundgebungsreden von Vertreter des DGB, IG Medien, der SPD, der Grünen und der Ärzte gegen den Atomtod gab es Kurzbeitrage verschiedenster Gruppen und Initiativen. Zu Beginn die ses Kundgebungsteils sprach eine Vertreterin des kurdischen Befreiungskampfes. Mehrere tausend Leute setzten im Anschluß eine spontane, von den Veranstalter nicht vorgesehene Demonstration durch. - (evc, ror, tht, ulb)