Heft 3 vom 08.02.1991 3/3 scan 2026-05-17

Rechte machen an der Uni gegen Antikriegsbewegung mobil



Rechte machen an der Uni gegen Antikriegsbewegung mobil

Konstanz. Seit dem Beginn des Golfkriegs hat sich an der Universität eine breite Antikriegsbewegung formiert. Studierende bildeten Arbeitsgruppen, die mit Wandzeitungen, Flugblätter, Veranstaltungen und Aktionen gegen den Golfkrieg protestieren. Dagegen macht nun eine rechte Gruppe unter dem beziehungsreichen Namen „UN-O" mobil. Erste Aktion der Gruppe, die offensichtlich über beste Kontakte zum örtlichen Monopolblatt verfügt: Sie lancierte einen „Südkurier“-Artikel, in dem der „sog. VV-AStA“ und „die Autonomen“ wegen ihrer Aktivitäten gegen den Krieg angegriffen wurden. Konkret ging es um eine Aktion, mit der auf die Verantwortlichkeit deutscher Firmen für Rüstungsexporte hingewiesen werden sollte. In diesem Zusammenhang hatten die Studierenden Namen von verantwortlichen Firmen und Managern veröffentlicht und aufgerufen, diesen telefonisch mitzuteilen, was man von so einer Praxis halte. Für die „U-NO"-Leute haben sie damit „RAF-Ideologie" vorgebaut. „Solch ein undemokratisches Vorgehen trägt nichts zum Frieden am Golf bei", läßt der „Südkurier" ein „UN-O"- Mitglied sich empören. Inzwischen sammelt die Gruppe Unterschriften für einen Bundeswehreinsatz am Golf. Das scheint die Art Frieden zu sein, den diese Leute meinen. — (jüg)

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