Proteste gehen unvermindert weiter
Proteste gehen unvermindert weiter
Zahlreiche Aktionen der Bewegung gegen den Krieg am Golf
Auch einen Monat nachdem die westlichen Alliierten den Krieg gegen den Irak begonnen haben, gehen die Aktivitäten der Bewegung gegen den Golfkrieg in Konstanz unvermindert weiter. Vor allem an der Universität haben zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen stattgefunden, mit denen hunderte von Studierende gegen den Krieg protestierten. Einer der Höhepunkte: Eine vom AStA organisierte zwischen dem Konstanzer Historikprofessor Burchardt und dem Historiker Delf Bucher. Burchardt, der im Vorfeld öffentlich die Parallele zwischen Saddam Hussein und Hitler unterstützt hatte, kam dabei vor mehreren hundert Veranstaltungsteilnehmern schlecht weg. Die überwiegende Mehrheit wandte sich gegen die Kriegspolitik der Alliierten, eine deutsche Beteiligung und griff die Diffamierung der Antikriegsbewegung an. Burchardt, obwohl mehrfach aufgefordert, nahm weder Stellung zu seiner Haltung zum Krieg, noch hielt er seine Position zu Saddam Hussein aufrecht.
Aber auch in der Stadt ging man wieder auf die Straße. Das Konstanzer Aktionsbündnis gegen den Golfkrieg rief am 9. Februar zu einer Demonstration auf, mit der vor allem auf die Situation der Kurden aufmerksam gemacht werden sollte, an denen im Schatten des Golfkriegs ein Völkermord droht. Rund 500 »Leute zogen vom Landratsamt über die "Rheinbrücke durch die Innenstadt. Auf der Abschlußkundgebung auf der Marktstätte kennzeichnete eine Vertreterin des Aktionsbündnisses die Politik der Alliierten als Kriegsverbrechen und forderte einen sofortigen Waffenstillstand, den Abzug der Bundeswehrtruppen und eine Nahostkonferenz (Seite 6).
Auf einem Plenum am 14. Februar beriet das Bündnis über die weiteren Aktivitäten. Alle Beteiligten waren sich einig, daß angesichts der wachsenden Hetze gegen die Antikriegsbewegung künftig ein Schwerpunkt auf Aufklärungsaktionen, auf verstärkte Information gelegt werden muß. Dabei sollen vor allem auch Vertreter von Palästinensern. Kurden, und womöglich irakischer Oppositionsgruppen zu Wort kommen. Doch auch die Präsenz auf der Straße soll aufrechterhalten werden; strittig war die Form. Während ein Teil für möglichst häufige Demonstrationen plädierte, votierten andere für Informationsstände. Um die weitere Planung zu konkretisieren, konstituierten sich drei Arbeitsgruppen. — (jüg)