IGM Singen: Tätigkeitsbericht zum Arbeits- und Sozialrecht
IGM Singen: Tätigkeitsbericht zum Arbeits- und Sozialrecht
Singen. Der 1. Bevollmächtigte der IG Metall-Verwaltungsstelle Singen, Heinz Rheinberger, hat den Tätigkeitsbericht zum Arbeits- und Sozialrecht für 1990 vorgestellt. Danach sind zu noch laufenden Arbeitsgerichtsverfahren aus früheren Jahren (23) 219 neue Verfahren hinzugekommen, davon 124 vor dem Arbeits-, 95 vor dem Sozialgericht. Für Lohnabhängige, die am Arbeitsgericht gegen ihre Kapitalisten klagten, konnten insgesamt 442479 DM erstritten werden, bei den Sozialgerichtsprozessen betrug dieser Betrag 939265 DM. Rheinberger wies darauf hin, daß sich die Klagestruktur im vergangenen Jahr geändert habe; Während bei den Kündigungen der Prozentsatz der Klagen etwa gleich geblieben sei (1990: 38%, 1989: 37%), haben sich die Forderungsklagen mehr als verdoppelt. Ihr Anteil betrug 1987 27%, heute 57%. Rheinberger: „Die ungeschützten Arbeitsverhältnisse nehmen zu. Nach wie vor gibt es Arbeitgeber, die die Situation der Arbeitslosen rücksichtslos ausnutzen und die Arbeitnehmer zu Bedingungen beschäftigen, bei denen man sich unwillkürlich an das vorige Jahrhundert erinnern muß.“ — (red)