Großraumwirtschaft für Ostexpansion
Großraumwirtschaft für Ostexpansion
Am 5./6.April fand in Stuttgart der dritte Managergipfel zum Thema „Europäische Strategien für die ’90er Jahre" statt. Der Einladung von Teufel und Reuter waren u.a. gefolgt: Kaske (Siemens), Barnevik (ABB), Garuzzo (Fiat), Henkel (IBM), Köpper (Deutsche Bank). Reuter: „Wir werden allerdings darüber zu sprechen haben, welches Europa wir wirklich meinen ... Die jetzige Europäische Gemeinschaft oder in ihr zwei verschiedene Gruppen von Staaten? Eine sich schrittweise nach Osten erweiternde Europäische Gemeinschaft oder gar ein Europa bis zum Ural?" Er forderte die Vollendung der europäischen Großraumwirtschaft, ohne die die Konzerne „ihre Chance im weltweiten Wettbewerb“ nicht behalten könnten. Und drohte Ländern, in denen sich Widerstand gegen die EG regt: „Dies setzt Verläßlichkeit voraus, Verläßlichkeit für die Unternehmer also, daß eine einmal vorgegebene Entwicklung zu einem einheitlichen Markt nicht durch wechselnde Regierungen aufgehalten oder gestört werden kann.“ Kerneuropa, eine Voraussetzung der weiteren Ostexpansion der Konzerne („die politische Integration des westlichen Teils Europas so entschlossen voranzubringen, daß ein sicherer und stabiler Kern für die wirtschaftliche Integration auch der östlichen Teile Europas entsteht“). Teufel forderte Beteilung der EG an der Vernichtung und Unterwerfung der DDRWirtschaft („Mitengagement mindestens der übrigen Mitgliedsstaaten der EG") und verlangte als „europäische Antwort" auf die japanische und amerikanische „Herausforderung" an den „spezifischen Traditionen und Wertvorstellung Europas,, wieder anzuknüpfen. Zum Beispiel: Deregulierungen („das selbständig und ganzheitlich mitdenkende, kreative und phantasievolle Individuum“) oder den Kriegseinsatz der BRD („ein verläßlicher und berechenbarer Partner in der westlichen Gemeinschaft"). Reuter erklärte, „daß Friedenssicherung in der Welt in viel stärkerem Maße als je zuvor auch zu einer unternehmerischen Aufgabe geworden ist“.