Heft 8 vom 18.04.1991 3/8 scan 2026-05-29

Aufbau der Justizverwaltung Ost mit Hilfe von HiWis west



Aufbau der Justizverwaltung Ost mit Hilfe von HiWis West

Offenbar in größerem Umfang werden gegenwärtig frisch examinierte Jurastudenten für den Aufbau der Justiz- und Ministerialverwaltungen in den neuen Bundesländern rekrutiert. Vor allem Referendare, die soeben ihr erstes Staatsexamen im Westen abgelegt haben und auf ihre Bewerbung für den Referendardienst zunächst keine Stelle erhalten haben (Wartezeit mindestens ein halbes Jahr), werden für HiWi-Dienste angeworben: z.B. Ausarbeitung des neuen sächsischen Schul- und Hochschulgesetzes (Vorlage: Baden-Württemberg) oder Vorbereitung der Arbeit der „ Richter-Prüfungsausschüsse“ (Zusammenstellung von „Personalakten“ über frühere DDR-Richter zwecks Dienstentfernung/übernahme) — allesamt Tätigkeiten, die im Westen höheren Ministerialbeamten vorbehalten sind. Die Zahl dieser Aufbauhelfer dürfte in die Hunderte gehen. Die Hilfsdienste sind allesamt auf wenige Monate befristet. Nettogehalt ca. 1200 DM. Bewerber für diese Tätigkeiten aus dem Bereich der früheren Bürgerkomitees der DDR wurden nach Angaben eines Dresdener Staatssekretärs „mangels Eignung“ abgewiesen. — (kh/Red)

Linksrhein ist ein Dienst von Christof Mainberger in Konstanz und erhebt keine personenbezogenen Daten.