Heft 9 vom 01.05.1991 3/9 scan 2026-05-29

AStA der Universität: Spendenaktion für kurdische Flüchtlinge



AStA der Universität: Spendenaktion für kurdische Flüchtlinge

Im Folgenden dokumentieren wir eine Presseerklärung des Antikriegsplenums des AStA der Universität Konstanz vom 18.4.1991.

Das Antikriegs-Büro des AStA der Universität Konstanz hat sich gegen eine kriegerische Lösung des Golfkonflikts durch die Allierten gegründet.

Wir, Studentinnen und Studenten — aber auch vereinzelte Lehrende — der Universität Konstanz halten Krieg niemals für ein Mittel der Politik. Wir glauben, daß Konflikte der Herrschenden nicht unsere Unterstützung finden dürfen, sondern unsere demokratische und an den Menschenrechten ausgerichtete Kritik finden müssen, die sich sowohl gegen die irakische als auch die allierte Kriegs- und menschenverachtende Politik richtet.

Von Anfang an haben wir auf die unüberschaubaren Folgen einer Politik kriegerischer „Lösungen“ hingewiesen. Eine dieser Folgen sehen wir in dem nun auch für die westeuropäische Öffentlichkeit stattfindenden Völkermord am kurdischen Volk.

Die Bundesrepublik Deutschland war in der Lage, 18,8 Milliarden D-Mark für die Kriegsführung der Alliierten im Golf zur Verfügung zu stellen. Trotz nun schon wochenlangem Flüchtlingselends hat die Bundesregierung bisher lediglich 440 Millionen D-Mark bereitgestellt. Diese Relation ist unserer Meinung nach erschreckend und zeigt die viel zu geringe Bereitschaft zum Schutz der betroffenen Menschenleben.

Bei unserer heutigen Spendenaktion haben Studentinnen und Studenten, Lehrende und Angestellte der Universität spontan 1 623,81 D-Mark für die Linderung der Not der kurdischen Flüchtlinge gespendet. Wir werden diesen Betrag an die Menschenrechtsorganisation medico international überweisen.

Linksrhein ist ein Dienst von Christof Mainberger in Konstanz und erhebt keine personenbezogenen Daten.